Das alte Glück

Einst, als ich selbst noch lief und sprang
Durch Garten und Gehaeg,
Wie deuchte mich der Tag so lang,
Wie floss die Zeit so traeg'!

Und waer ich nur erst gross und klug!
So sprach ich oft als Kind; -
Gross wird man eben schnell genug,
Doch klug, - nicht so geschwind.

Und da ich Juengling ward, verann
Die Zeit zu langsam noch:
O, waer' ich nur einmal ein Mann,
Viel schoener waer' es doch! -

Und wechseln kommt und wechselnd flieht
Fruehling und Wintereis:
Und wie man in den Spiegel sieht,
Ist alt man schon und Greis.

Nun, weil die Fuesse langsam gehn,
Wie schnell entrauscht der Tag;
Wie duenkt uns doppelt lieb und schoen,
Wan man nicht halten mag!

Da gehn die Wuensche oft zurueck,
Die vorwaerts erst gestrebt,
Und traeumen von dem alten Glueck,
Das man so rasch verlebt.



Richard Leander


Happiness of Old

Once when I could run and jump
Through garden and yard,
How I thought the day so long,
How time flowed so idly!

And if I were only big and wise!
'twas how I often talked as a child; -
One gets big soon enough,
But wise, - that takes some time.

And then in my youth, time
Still ran too slow for me:
O, were I but a man already,
How much better it would be! -

And change comes and changing flees
Spring and winter ice:
And when one looks in the mirror,
One is old already and agedly.

Now, because the feet move slowly,
How fast the days rush by;
We think twice precious and fair,
What we cannot hold on to!

Now our wishes go back,
That forward then did strive,
And we dream about the joy of old,
That so quickly passed us by.



Translation: Charles L. Cingolani                 Copyright © 2019

Richard Leander
Richard von Volkmann